UBI oder SRC – welchen Funkschein brauche ich?
Wer sich mit dem Thema Bootfahren beschäftigt, stößt früher oder später auf zwei Abkürzungen: UBI und SRC.
Doch welcher Funkschein ist eigentlich der richtige? Brauche ich UBI, SRC oder vielleicht sogar beide?
Aus unserer bisherigen Erfahrung in der Sportboot- und Funkausbildung wissen wir, dass gerade beim Thema UBI und SRC immer wieder die gleichen Fragen auftauchen: Welchen Funkschein brauche ich eigentlich? Reicht einer aus – oder brauche ich beide?
Die gute Nachricht: Die Entscheidung ist eigentlich gar nicht so kompliziert.
Ganz wichtig vorweg: Du musst nicht erst einen Sportbootführerschein machen, bevor du mit einem Funkzeugnis beginnst. UBI und SRC sind eigenständige Qualifikationen und können unabhängig vom Sportbootführerschein erworben werden.
Aus unserer Erfahrung nutzen viele Teilnehmer gerade die Monate September bis März, um ihren Funkschein zu machen. Wenn die Tage kürzer werden und es auf dem Wasser langsam kalt wird, ist die Funkausbildung eine gute Möglichkeit, sich auf die kommende Saison vorzubereiten.
Das heißt aber nicht, dass Funk nur ein Winterthema ist. Auch mitten im Hochsommer haben wir schon Teilnehmer auf UBI und SRC vorbereitet.
Die kurze Antwort: UBI oder SRC?
Als einfache Faustregel kannst du dir merken:
Binnen unterwegs? → UBI
Auf See unterwegs? → SRC
Binnen und auf See unterwegs? → UBI + SRC
Aber schauen wir uns die beiden Funkzeugnisse etwas genauer an.
Was ist das UBI?
UBI steht für UKW-Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk.
Das UBI ist das Funkzeugnis für den Funkverkehr auf Binnenwasserstraßen – also beispielsweise auf Flüssen und Kanälen sowie in entsprechenden Binnenrevieren.
In der Ausbildung lernst du unter anderem, wie der Funkverkehr in der Binnenschifffahrt funktioniert, welche Verkehrskreise und Funkkanäle es gibt und wie du dich im normalen Funkverkehr sowie in besonderen Situationen richtig verhältst.
Natürlich gehört auch die Bedienung des Funkgerätes zur Ausbildung. Schließlich sollst du nicht nur die Prüfung bestehen, sondern später auch wissen, was du an Bord tatsächlich tun musst.
Gerade auf stärker befahrenen Wasserstraßen ist der Funk ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation. So können beispielsweise Informationen mit anderen Schiffen, Schleusen oder Revierzentralen ausgetauscht werden.
Wann brauche ich das Funkzeugnis UBI?
Hier gilt eine einfache Regel:
Ist eine Funkanlage an Bord, muss auch eine Person mit dem entsprechenden Funkzeugnis an Bord sein.
Für eine Binnenfunkanlage ist das entsprechende Funkzeugnis das UBI.
Wichtig ist dabei: Ein Sportbootführerschein ersetzt kein Funkzeugnis. Sportbootführerschein und Funkzeugnis sind zwei voneinander unabhängige Qualifikationen.
Zusätzlich gibt es Fahrtgebiete, in denen eine betriebsbereite Funkanlage vorgeschrieben sein kann. Ein für uns in der Lausitz besonders interessantes Beispiel dafür liegt direkt vor unserer Haustür: Berlin.
Mit dem Sportboot durch Berlin – wann brauche ich Funk?
Wer mit dem Sportboot durch das Zentrum von Berlin fahren möchte, sollte die besonderen Regeln auf der Innenstadtspree kennen.
Auf dem Abschnitt zwischen Lessingbrücke und Schleuse Mühlendamm besteht für Kleinfahrzeuge saisonal eine Sprechfunkpflicht.
Vom 1. April bis zum 31. Oktober gilt diese täglich zwischen 10:30 Uhr und 19:00 Uhr.
Wer diesen Abschnitt innerhalb dieser Zeiten befahren möchte, benötigt eine betriebsbereite Sprechfunkanlage und entsprechend das notwendige Funkzeugnis.
Ohne UBI und Funkanlage ist die Durchfahrt außerhalb dieses Zeitraums beziehungsweise außerhalb der täglichen Funkpflichtzeiten möglich.
Gerade für Sportbootfahrer aus Brandenburg und der Lausitz ist das ein schönes Praxisbeispiel dafür, warum das UBI durchaus sinnvoll sein kann – auch wenn man nicht täglich auf einer stark befahrenen Bundeswasserstraße unterwegs ist.
Was ist das SRC?
SRC steht für Short Range Certificate und wird häufig einfach als Seefunkschein bezeichnet.
Während das UBI für den Binnenschifffahrtsfunk gedacht ist, ist das SRC das entsprechende Funkbetriebszeugnis für den UKW-Seefunk.
Das wird beispielsweise interessant, wenn du mit einer entsprechend ausgerüsteten Segel- oder Motoryacht auf der Ostsee, Nordsee oder im Mittelmeer unterwegs bist.
Beim SRC spielt außerdem das GMDSS – Global Maritime Distress and Safety System – eine wichtige Rolle. Dazu gehört unter anderem der digitale Selektivruf, kurz DSC.
Du lernst sowohl den normalen Funkverkehr als auch das richtige Verhalten bei Not-, Dringlichkeits- und Sicherheitsfällen.
Muss ich für das SRC gut Englisch können?
Diese Frage beschäftigt viele Teilnehmer, bevor sie mit dem SRC beginnen.
Beim SRC gehört Englisch dazu – aber du musst dafür kein perfektes Schul- oder Business-Englisch sprechen.
Für den Seefunk gibt es festgelegte Begriffe, Redewendungen und Vokabeln. Diese sorgen dafür, dass die Kommunikation auf See international möglichst eindeutig funktioniert.
In der Prüfung gehören deshalb auch englische Funkmeldungen und festgelegte Vokabeln dazu. Ebenso wird der praktische Funkverkehr in englischer Sprache durchgeführt.
Das klingt am Anfang häufig komplizierter, als es tatsächlich ist. Die entsprechenden Begriffe, Meldungen und Abläufe lassen sich gezielt trainieren und wiederholen.
Wer also beim Wort „Englisch“ zunächst etwas Respekt vor der SRC-Prüfung hat, sollte sich davon nicht abschrecken lassen.
UBI und SRC – der Unterschied auf einen Blick
UBISRCEinsatzgebietBinnenSeeTypische ReviereFlüsse, Kanäle und BinnenwasserstraßenOstsee, Nordsee, Mittelmeer usw.FunkdienstBinnenschifffahrtsfunkSeefunkSprache der FunkabwicklungDeutschEnglischSportbootführerschein vorher nötig?NeinNein
Brauche ich UBI und SRC zusammen?
Das hängt vor allem davon ab, wo du künftig unterwegs sein möchtest.
Fährst du ausschließlich auf Binnengewässern, ist für dich in der Regel das UBI relevant.
Möchtest du dagegen auf See fahren und dort UKW-Seefunk nutzen, brauchst du das SRC.
Wer sich beide Möglichkeiten offenhalten möchte, kann UBI und SRC miteinander kombinieren.
Das kann durchaus sinnvoll sein. Denn wenn du beispielsweise heute auf Binnengewässern unterwegs bist, später aber eine Yacht an der Ostsee oder im Mittelmeer chartern möchtest, bist du mit beiden Funkzeugnissen deutlich flexibler.
Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Wer bereits das SRC besitzt, kann beim anschließenden Erwerb des UBI von einer verkürzten UBI-Prüfung profitieren.
Auch wenn du UBI und SRC gemeinsam bei uns absolvierst und die Prüfungen am gleichen Tag ablegen lässt, verkürzt sich der entsprechende UBI-Prüfungsteil.
Wer ohnehin beide Fahrtgebiete im Blick hat, kann deshalb überlegen, die beiden Funkzeugnisse direkt miteinander zu verbinden.
Ist die Funkprüfung schwierig?
Am Anfang wirken viele Begriffe erst einmal ungewohnt:
DSC, GMDSS, ATIS, MAYDAY, PAN PAN, Funkkanäle …
Gerade wenn du zum ersten Mal damit zu tun hast, sieht das schnell nach einer völlig neuen Sprache aus.
Aber keine Sorge: Viele Abläufe wiederholen sich und folgen festen Regeln.
In unserer Ausbildung geht es deshalb nicht darum, möglichst viele Begriffe einfach nur auswendig zu lernen. Viel wichtiger ist es zu verstehen, wann welcher Funkspruch verwendet wird und wie du das Funkgerät in der jeweiligen Situation richtig bedienst.
Denn genau darum geht es am Ende: Du sollst dich nicht nur sicher für die Prüfung fühlen, sondern später auch wissen, was du an Bord tun musst.
Fazit: UBI oder SRC – welcher Funkschein ist der richtige?
Wenn du dir aus diesem Beitrag nur drei Dinge merken möchtest, dann diese:
Binnen = UBI
See = SRC
Binnen + See = UBI und SRC
Und du musst mit dem Funkzeugnis nicht warten, bis du deinen Sportbootführerschein in der Tasche hast. UBI und SRC können unabhängig vom Sportbootführerschein erworben werden.
Welcher Funkschein zu deinen Plänen passt, hängt vor allem davon ab, wo du später unterwegs sein möchtest und ob eine Funkanlage an Bord ist.
Du bist dir noch nicht sicher, ob UBI, SRC oder beide Funkzeugnisse für dich sinnvoll sind?
Dann sprich uns gerne an. Gemeinsam schauen wir, welches Funkzeugnis zu deinen Plänen auf dem Wasser passt.
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